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Die kulturellen Wurzeln Namibias – ein Überblick zu den Einwohnern |
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Namibia ist ein multikulturelles Land mit Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte aus verschiedenen Teilen Afrikas und Europas hier eingewandert sind. Die verbindende Nationalsprache ist englisch. Die Menschen hier sprechen außerdem insgesamt elf verschiedene Sprachen. Sie leben und arbeiten zum Beispiel als Büroangestellte, Beamte oder Lehrer in den Städten. Als Jäger und Sammler in der Kalahari Wüste. Oder als Ackerbauern im bevölkerungsreichen Norden.
Im fruchtbaren Norden Namibias an der Grenze zu Angola leben die Oshivambo und einige ihnen verwandte Stämme. Als größte zusammenhängende ethnische Gruppe stellen sie mit etwa 700.000 Menschen fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung Namibias. Die Oshivambo kamen um 1550 von den großen Seen Ostafrikas nach Namibia und siedelten zwischen Okavango und Kumene. Als Ackerbauern produzieren sie unter anderem Mais.
Andere frühe Bewohner Namibias sind die Damara. Traditionell sind sie Jäger und Sammler, bauen jedoch heute zum Teil als Bauern Mais und Gemüse an. Ziegen, Kühe und Rinder sind eine weitere Einkommensquelle. Unter den etwa 90.000 Damara sind auch wortgewandte Politiker, Fachangestellte in der Tourismusbranche oder Lehrer. In Zeiten der Apartheit wurde 1973 ein Gebiet im Nordwesten Namibias zum „Damaraland“ erklärt. Verwaltungssitz war Khorixas. Heute lebt dort nur noch ein Viertel der Damarabevölkerung.
Der Okavango Fluss bildet die natürliche Grenze zwischen Namibia und Angola und ist die Lebens- und Einkommensquelle der dort ansässigen Kavango. Etwa 140.000 Menschen leben hier von Fischfang, Viehzucht sowie dem Anbau von Mais, Sorghum und Hirse. Bekannt und berühmt sind die Kavango für ihre Holzschnitzereien, die in ganz Namibia verkauft werden.
Die Himba sind mit den Herero verwandt und leben als Hirtennomaden im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne im Südwesten Namibias. Für Touristen sind sie so etwas wie das „Vorzeigevolk“ einer traditionellen Lebensweise. De facto müssen sich jedoch auch die Ovahimba früher oder später veränderten Lebensbedingungen stellen: Ein von der Regierung entgegen aller Widerstände vorgesehener Staudamm an den Epupa Wasserfällen bedroht den Lebens- und Weideraum vieler Himba-Nomaden im Kaokoveld.
Die Nama stammen von den Khoi-Stämmen ab, die während des 19. Jahrhunderts aus der Kap-Kolonie kamen – beeinflusst von der holländischen Kultur. Sie sprachen Afrikaans und zogen sich unter dem Druck der weißen Bevölkerung in Richtung Norden zurück, um sich in Namibia niederzulassen. Dort leben heute etwa 90.000 Nama.
Für Deutsche ist „Bastard“ ein übles Schimpfwort – die „Basters“ in Rehoboth sehen das ganz anders. Sie sind aus Beziehungen von holländischen Einwanderern mit einheimischen Nama-Frauen hervorgegangen und sie tragen die Bezeichnung „Baster“ mit großem Stolz. Rund um Rehoboth riefen sie um 1870 sogar eine eigene Republik aus. Erst 1997 gaben die Basters ihre Separationsbemühungen auf und erklärten sich zu loyalen Namibiern. Heute gibt es in Namibia 60.000 Basters. Viele leben als Farmer oder arbeiten in der Bauindustrie.
Von den insgesamt etwa 3.000 Topnaar leben nur noch 400 am Kuiseb Flussbett in der Namibwüste. Geschichte und Kultur dieses Wüstenvolkes ist eng mit der Nara-Melone verbunden. Aus Kernen lässt sich ein sehr nahrhaftes Speiseöl gewinnen. Mit der Kultivierung der Pflanze will man nun dem Volk der Topnaar eine bessere ökonomische Zukunft geben und sie so darin unterstützen, ihre traditionelle Lebensweise zu bewahren.
Wie die Rehoboth Basters kommen die “Colourdes” (Farbigen)ursprünglich aus der südafrikanischen Kap-Provinz. Sie sprechen ebenfalls Afrikaans. Die meisten leben als sehr gut ausgebildete Fachkräfte in den Städten Windhoek, Keetmanshoop und Lüderitz – eine größere Gruppe auch in Walvis Bay als Fischer.
Etwa 66.000 Menschen leben im sogenannten Caprivistreifen im äußersten Norden Namibias. Verwandt sind die Caprivianer mit den Lozi des Basotselandes in Sambia und betreiben wie diese Subsistenzlandwirtschaft. In der Regenzeit bewegen sie sich mit traditionellen Einbäumen (mokoros) zwischen den einzelnen Siedlungen. Die Völker im Caprivi im einzelnen: Masubia, Mafwe, Mayeyi, Mbukushu und Matotela.
Die ältesten Menschen, die in Namibia überlebt haben, sind die San oder „Buschleute“. Auf alten Feldzeichnungen lässt sich nachweisen, dass sie bereits vor Jahrtausenden überall im südlichen Afrika lebten. Heute gibt es in Namibia nur noch 27.000 Buschleute, die abgedrängt im Osten des Landes versuchen, ihre traditionelle Lebensweise als Jäger und Sammler fortzuführen. Dies wird zunehmend schwieriger, denn das Land ist trocken und weitgehend unfruchtbar. Das Wissen um Heilkräuter, Felszeichnung und Jagdmethoden wird nicht weitergegeben. Mit wissenschaftlichen und privaten Stiftungen sowie staatlichen Förderprogrammen versucht man auch dieser Bevölkerungsgruppe in Namibia eine Zukunft zu geben.
Mit etwa 10.000 Menschen gehören die Tswana zu der kleinsten Bevölkerungsgruppe in Namibia. Sie sind mit den Tswana in Botswana und der Northern Cape Provinz eng verwandt. Die meisten leben in Farmsiedlungen in der Nähe von Gobabis.
Es gibt ungefähr 75.000 Namibianer europäischer Herkunft.
Zweidrittel von ihnen sprechen Afrikaans, ein Viertel
Deutsch und der Rest meist Englisch, einige wenige
portugiesisch. |
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